Die Gilfenklamm bei Sterzing

 

Felsenschlucht und Wassersturz

gilfenklamm-bachAm Eingang des Ratschingstals, beim Weiler Stange, hat sich der Bach eine enge Schlucht gegraben: die Gilfenklamm. Das Gestein ist hier weicher als der umliegende Fels: Es ist weißer Marmor und die Gilfenklamm die einzige Marmorschlucht Europas. Der Österreichische Alpenverein hat vor über 100 Jahren einen Fußweg durch die Schlucht angelegt, der die über 175 Höhenmeter mit Treppengängen und Brücken überwindet. Der Steig durch die wilde Klamm ist gut gesichert, Kinder können ihn gefahrlos begehen.

 

Was Kindern gefällt

Der Bach tost durch die enge Schlucht; Gischt sprüht, wo das Wasser gegen die Felswände donnert. Wasserfälle stürzen von Felsen herab, die gar nicht blendend weiß sind, wie man es von hellem Marmor erwarten würde: Das nasse Gestein ist von Moosen und Flechten grau, grün und schwarz eingefärbt; nur die Stellen, die das reißende Wasser blank gescheuert hat, und die Gesteinsblöcke im Bachbett blitzen weiß.

Dort, wo die Schlucht breiter ist und man auf ihren Grund hinunterkraxelt, können die kleinen Abenteurer das Wasser stauen, Kanäle bauen und kleine Teiche anlegen. Wie immer, wenn das nasse Element im Mittelpunkt des Ausflugs steht, heißt das: Es darf nach Herzenslust geplanscht werden!

 

Geschichte und Geschichten

Der feinkörnige, besonders weiße und reine Marmor aus der Gegend bei Ratschings war einmal hoch geschätzt: Er wurde für den Bau der Innsbrucker Hofkirche, von Schloss Schönbrunn und von Denkmälern in Wien verwendet. Auch die mächtige gotische Stadtpfarrkirche von Sterzing weist Ratschingser Marmor auf.

Heute hat er viel von seinem einstigen Wert verloren: Bezeichnenderweise ist der Marmor in die Stützmauern der Straße ins Ridnauntal eingearbeitet. Dabei hat man bereits zur Römerzeit die weißen Gesteinsbrocken aus Ratschings verwendet. Im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen ist der berühmte, bei Sterzing gefundene Mithras-Stein ausgestellt, ein marmornes Relief aus römischer Zeit. Im Innenhof des Sterzinger Rathauses steht die Kopie. Das Relief stellt Mithras, den Sonnengott und Urstier, dar und belegt, dass auch Südtirol mit dem Mithras-Kult in Berührung kam.

Ein marmorner Meilenstein (er steht heute im Rathaus von Sterzing) zeugt darüber hinaus von der Bedeutung der antiken Brennerstraße und der römischen Siedlung Vipitenum (Sterzing).

(Quelle: © Oswald Stimpfl: Südtirol für Kinder. Ausflüge mit der Rasselbande. Folio Verlag, Wien/Bozen.)

 

Infos und Hinweise

gilfenklamm-schluchtGehzeit:

klammaufwärts von Stange nach Jaufensteg 45 bis 60 Minuten

klammabwärts ca. 40 Minuten

Höhenunterschied: 175 m

Alter: ab 4 Jahre

Informationen Tourismusverein Ratschings, Tel. +39 0472 760608

Geöffnet von Anfang Mai bis Ende Oktober

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